Deutschland bewahrt Euro-Zone vor der Rezession

Mai 16 2012

Während in ganz Europa die Konjunktur signifikant abflaut, wächst die deutsche Wirtschaft stärker als von Experten erwartet. Durch das deutsche Wirtschaftswachstum schrammt die Euro-Zone knapp an einer Rezession vorbei. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands stieg nach einer Schätzung des statistischen Bundesamtes preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,5 % im Vergleich zum Vorquartal. Experten hatten lediglich mit einer geringfügigen Steigerung von höchstens 0,2 % im Vergleich zum Vorquartal erwartet.

Mit diesen guten wirtschaftlichen Zahlen bewahrte Deutschland die Euro-Zone vor einer Rezession. Nach Zahlen des Statistikamtes Eurostat stagnierte das Bruttoinlandsprodukt innerhalb der Währungsunion im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorquartal, in welchem das BIP um 0,3 % schrumpfte.

Insbesondere durch die guten Exportzahlen wächst die deutsche Wirtschaft laut dem Statistischen Bundesamt. Zudem hätten die Deutschen im Inland mehr konsumiert als in vergangenen Zeiten, wodurch die sinkenden Investitionen teilweise kompensiert werden konnten.

Ferdinand Fichtner, Präsidents des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, vertritt die Ansicht, dass die konjunkturelle Belebung weiter gehen werde. Insbesondere die “sehr gute” Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt stütze die Wirtschaft. Auch der gestiegene private Verbrauch werde die Wirtschaft weiter ankurbeln.

Im letzten Quartal 2011 konnte sich die deutsche Wirtschaft noch nicht von der globalen Flaute ausnehmen, die Wirtschaftsleistung sank um 0,2 %. Für dieses Jahr wird hingegen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ein Wachstum von 3,0 % des Bruttoinlandsproduktes erfolgen.

Konträr zu den guten Zahlen in Deutschland sieht sich Frankreich mit einer drohenden Rezession konfrontiert. Im ersten Quartal dieses Jahres konnte die französische Wirtschaft keinerlei Wachstum vorweisen, so das Statistikamt Insee in Paris. Vorsichtig optimistisch wird jedoch die Lage am Arbeitsmarkt gesehen. So konnten in der Privatwirtschaft in den Monaten Januar bis Märt 10.200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, was einem Anstieg von 0,1 % entspricht. Im vierten Quartal 2011 waren noch 22.000 Jobs verloren gegangen. Momentan liegt die Arbeitslosigkeit im Land von Neu-Regierungschef Francois Holland bei 10 %. Dieser hatte bereits während des Wahlkampfes angekündigt, die Staatsverschuldung zu drosseln und die Wirtschaft durch Investitionen in den Mittelstand und die Infrastruktur ankurbeln zu wollen.

Schlimmer ist die wirtschaftliche Lage in den Krisenländern der Euro-Zone. Spanien steckt nach einer wirtschaftlichen Abschwächung von 0,3 % in der Rezession, in Italien brach das Bruttoinlandsprodukt gar um 0,8 % ein. In Griechenland bricht die Wirtschaft noch drastischer ein: Auf Jahressicht wird von einer Verringerung des BIP um 6,2 % ausgegangen.

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